Die stetig wachsende Beliebtheit vom natürlichen Becken oberhalb des Königssees in Bayern und der Einsatz von Geotags zieht negative Folgen mit sich: der bayerische Nationalpark Berchtesgarden machte Schlagzeilen, da der Park den Zugang zum Wasserbecken für fünf Jahre sperrt.

In den natürlichen Pools am Königsbach-Fall hatten tausende Menschen für Fotos posiert, diese dann auf Instagram mit entsprechenden Geotags verbreitet und damit noch mehr Tourist:innen aus der ganzen Welt angelockt. Dadurch leidet die Umwelt im Nationalpark: neue Pfade entstehen, die Pflanzen werden platt getrampelt und zugemüllt. Der Naturpark sieht die Sperrung als letztes, aber notwendiges Mittel, damit sich die Natur erholen kann.

Doch auch andere Orte sind nicht unbetroffen: 2019 drehte Justin Bieber ein Musikvideo in der Fjaðrárgljúfur-Schlucht in Island und lockte so viel Aufmerksamkeit an, dass der Ort daraufhin einige Monate lang für Tourismus gesperrt wurde. Der Goldmohn in Kalifornien musste ebenfalls durch seine „Instagram-Tauglichkeit“ leiden – so viele Leute wurden vom Foto-Shooting in die Felder gelockt, dass Straßen gesperrt und ein Livestream eingerichtet werden musste, um Menschen den Zugang zu blockieren. In der Stadt Jüchen im Rheinland gibt es Tulpenfelder, die durch den Besucheransturm von Instagram-Tourist:innen platt getrampelt wurden, weswegen die Stadt die Felder von Ordungskräften bewachen lassen musste.

Durch die Markierung mit Geotags weiß jede:r genau, wo Fotos oder Videos entstanden sind. Für viele Nutzer:innen dienen die Posts dann nicht vorranging als Inspiration für ein schönes Urlaubsziel, sondern für ein schönes Instagramfoto. 2017 ergab eine Studie von einer britischen Ferienhaus-Versicherung „Schofields Insurance“, dass die „Instagram-Tauglichkeit“ bei 40% der Befragten Brit:innen zwischen 18 und 33 Jahren ein entscheidendes Kriterium für die Auswahl des Reiseziels ist. Der Aufruf #stopgeotagging anhand einer Instagram-Kampagne vom Naturpark Berchtesgarden ist ein Versuch, die Anziehungskraft von Likes zu reduzieren und auf Probleme von unbedachten Posts aufmerksam zu machen. In der Pressemitteilung des Landratsamtes heißt es: „Appelle an die Vernunft der Besucher und für einen freiwilligen Verzicht, diesen Bereich zu betreten, haben in der Vergangenheit leider keine Wirkung gezeigt.“. Wer jetzt noch gegen das Zutrittsverbot verstößt, bekommt eine Anzeige und soll Strafen mindestens im dreistelligen Bereich, je nach Verstoß sogar bis zu 25.000 Euro zahlen.

Instagram-Kampagne vom Nationalpark Berchtesgarden:

An alle Influencer: Mit Euren teilweise enormen Reichweiten habt Ihr viel Einfluss auf viele Menschen. Seid Euch bewusst, dass ihr durch solche Postings die Natur zerstört. Campieren, Lagerfeuer, Müll, Drohnenflüge – das ist alles im Nationalpark verboten. Warum? Weil Tiere gestört werden und die Pflanzenwelt leidet. Seid verantwortungsvoll mit Euren Mitmenschen und unserer einzigartigen Natur. Löscht Eure Posts und stellt keine neuen ins Netz. Verzichtet auf Wegbeschreibungen.

Mittlerweile werden in der Instagram-Community auch andere Stimmen laut, die rücksichtslose Influencer ermahnen: Verzichtet auf Hashtags! Behaltet die Tipps für Euch! #stopgeotagging #protectnature

Auch für die Reisebranche hat das ganze Folgen: viele Touristenorganisationen stützen sich heute bei der Promotion ihrer Reiseziele auch auf Instagram und schicken Influencer auf gesponserte Reisen – im Gegenzug sorgen sie mit ihren Posts und Stories für Reichweite und damit Werbung.

Was haltet Ihr von der ganzen Situation? Schreibt uns gerne eure Meinung in ein Kommentar oder kommentiert unseren entsprechenden Beitrag auf Social Media! Wir freuen uns auf euer Feedback.

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